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Geldanlage in Zeiten der Niedrigzinsen

„Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Geldes nicht wert!“dieses auf Sparsamkeit ausgerichtete deutsche Sprichwort verkehrt sich für Sparer hierzulande bereits seit einigen Jahren ins krasse Gegenteil. Die Niedrigzinsen sorgen nämlich dafür, dass sichere Geldanlagen wie Tagesgeld, Sparbücher oder Festgeld kaum noch Rendite erwirtschaften. Doch welche Alternativen gibt es eigentlich, und wie sollten Sparer ihre Geldanlage am besten aufteilen, um Sicherheit und Rendite geschickt miteinander zu verbinden? Dieser Ratgeber gibt Ihnen die nötigen Antworten rund um das Thema Geldanlage in Zeiten der Niedrigzinsen. Die Europäische Zentralbank

Bild: Die EZB in Frankfurt sorgt für Niedrigzinsen, Bildquelle: Guenter Purin – 355693172 / Shutterstock.com



Niedrigzinsen – was bedeutet das für Anleger?

Niedrige Zinsen sind heute für Sparer auf dem Geld- und Kapitalmarkt nicht mehr zu ignorieren. Wenn Sie Ihr Geld beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto deponieren möchten, bekommen Sie selbst bei Aktionsangeboten für einen begrenzten Zeitraum maximal 1% Zinsen pro Jahr. Solche Angebote gelten jedoch im Normalfall nur bis zu einer gewissen Anlagesumme und enden nach einigen Monaten. Laut einer Statistik der Bundesbank lag der durchschnittliche Tagesgeldzins im Dezember 2016 bei 0,07% pro Jahr. Im Dezember 2008 betrug dieser Zinssatz hingegen noch 1,85% pro Jahr. Doch warum liegen die Zinsen eigentlich so niedrig, und wie wirken sie sich langfristig auf Ihr Kapital aus? Statistik zu Tagesgeldzinsen Statistik: Durchschnittlicher Zinssatz für Tagesgeld, Quelle: Bundesbank

Warum liegen die Zinsen aktuell auf einem so niedrigen Niveau?

Die Zinssätze für beliebte Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld werden maßgeblich von der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst. Um die wirtschaftliche Lage in allen Staaten der Eurozone zu stabilisieren, belässt die EZB die beiden wichtigen Leitzinsen bereits seit Jahren auf einem äußerst niedrigen Niveau:
Art des Zinssatzes Erklärung Aktueller Zinssatz
Hauptrefinanzierungssatz Dieser Leitzinssatz legt fest, zu welchen Konditionen sich die Banken neue Liquidität von der EZB beschaffen können. 0,00%
Einlagefazilität Dieser Zinssatz bestimmt die Konditionen für die kurzfristigen Guthaben einer Bank, die auf einem Zentralbankkonto angelegt werden müssen. - 0,40%
Tabelle 1: Die maßgeblichen Leitzinssätze in Bezug auf Geldanlagen

Worin liegt der Zusammenhang zwischen Leitzinsen und Zinsen für Geldeinlagen?

Der Zusammenhang zwischen den Leitzinsen der EZB und den Niedrigzinsen für Zinseinlagen wie Tagesgeld oder Festgeld beruht im Wesentlichen auf zwei Effekten:
  1. Niedrige Kosten der Kapitalbeschaffung für Banken
Möchte eine Bank einen Kredit vergeben, benötigt sie zunächst das Kapital, um es an den jeweiligen Kunden weiterzureichen. Zu diesem Zweck kann sie hauptsächlich auf zwei Quellen zurückgreifen:
  • Kundeneinlagen (Guthaben auf Girokonten, Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten)
  • Zentralbankgeld
Liegt der Hauptrefinanzierungssatz allerdings bei 0% und es besteht wie aktuell so gut wie keine Begrenzung der Geldversorgung durch die EZB, werden Kundeneinlagen zunehmend uninteressant für die Banken. Sie sind also nicht bereit, hohe Zinssätze für Anlageformen wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbücher anzubieten.
  1. Kundeneinlagen kosten Banken Geld
Erhält eine Bank Kundeneinlagen und kann diese zum Ende eines Tages nicht wieder in eigene Geschäfte wie Kreditvergaben investieren, bildet sich ein Guthaben der Bank. Dieses ist auf einem Zentralbankkonto zu deponieren (quasi ein Girokonto der Bank bei der EZB) und wird dort verzinst. Die Höhe des Zinssatzes bestimmt die sogenannte Einlagefazilität. Da diese jedoch seit längerer Zeit im negativen Bereich liegt, kosten überzählige Kundeneinlagen die Geschäftsbanken täglich Geld. Auch dies sorgt dafür, dass die Banken aktuell kaum an Zinseinlagen von Kunden interessiert sind. Sie gestalten die Zinsen so niedrig, dass sich eine Geldanlage in dieser Form kaum lohnt.

Wie wirken sich die Niedrigzinsen auf Ihr Kapital aus?

Niedrige Zinsen wirken auf den ersten Blick vor allem ärgerlich. Sie erhalten als Anleger für Ihr Tagesgeldguthaben von 15.000 Euro zum Beispiel nicht mehr 345 Euro Zinsen pro Jahr (Zinssatz: 2,3%), sondern nur noch 75 Euro (Zinssatz: 0,5%). Das ist nicht schön, aber nicht gleich ein Grund für Verzweiflung. Oder etwa doch? Im Folgenden sollen die Effekte dieser beispielhaften Zinssenkung einmal in allen Facetten aufgezeigt werden:
  1. Der langfristige Effekt ist enorm
Gehen wir in diesem Beispiel davon aus, dass Sie im Alter von 25 Jahren ein Tagesgeldkonto mit 15.000 Euro eröffnet haben, um langfristig ein Vermögen aufzubauen. Doch wie entwickelt sich dieses Vermögen über die Zeit? In einer Beispielrechnung wird der verheerende Effekt der Niedrigzinsen auf Ihr Kapital deutlich:
Zinssatz Kapital nach 5 Jahren Kapital nach 8 Jahren Kapital nach 10 Jahren Kapital nach 15 Jahren Kapital nach 20 Jahren
2,3% 16.806 Euro 17.992 Euro 18.829 Euro 21.097 Euro 23.637 Euro
0,5% 15.378 Euro 15.610 Euro 15.767 Euro 16.165 Euro 16.573 Euro
Differenz 1.428 Euro 2.382 Euro 3.062 Euro 4.932 Euro 7.064 Euro
Tabelle 2: Beispielrechnung für die Rendite bei verschiedenen Zinssätzen

In der Beispielrechnung wird impliziert, dass die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto verbleiben und ihrerseits Zinsen generieren. Gerade der Zinseszins-Effekt sorgt über einen langen Zeitraum hinweg für deutliche Kapitalzuwächse. Wie das Beispiel aufzeigt, wirken sich Niedrigzinssätze vor allem über eine längere Anlagedauer hinweg sehr deutlich aus.
  1. Die Inflation gibt der Geldanlage den Rest
Um die reale Rendite einer Geldanlage zu berechnen, muss diese der jeweiligen Inflationsrate gegenübergestellt werden. Nur durch die Bereinigung um die Preissteigerung können Sie feststellen, ob Sie am Ende der Laufzeit tatsächlich einen Gewinn an Kaufkraft durch Ihre Investition erhalten. Die Inflationsraten der letzten Jahre bewegten sich auf einem eher niedrigen Niveau:
Jahr Inflationsrate
2013 1,5%
2014 0,9%
2015 0,3%
2016 0,5%
Durchschnitt 0,8%
Tabelle 3: Inflationsrate der letzten Jahre, Quelle: Statistisches Bundesamt

Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 0,8% hätte eine Mini-Rendite von 0,5% im obigen Beispiel eine verheerende Wirkung:
Bewegung Kapital nach 5 Jahren Kapital nach 8 Jahren Kapital nach 10 Jahren Kapital nach 15 Jahren Kapital nach 20 Jahren
Rendite (0,5%) 15.378 Euro 15.610 Euro 15.767 Euro 16.165 Euro 16.573 Euro
Abzug Inflation (0,8%) 600 Euro 960 Euro 1.200 Euro 1.800 Euro 2.400 Euro
Reale Rendite - 222 Euro - 350 Euro - 433 Euro -635 Euro - 827 Euro
Tabelle 4: Beispielrechnung für die Wirkung der Inflation bei Niedrigzinsen

In unserer Beispielrechnung würden Sie als Anleger am Ende eine negative reale Rendite erhalten. Sie hätten zwar nominal 1.573 Euro mehr auf dem Tagesgeldkonto, könnten sich damit allerdings weniger leisten als vorher. Da die Inflationsrate in den letzten Jahren insgesamt jedoch eher niedrig ausfiel, ist bei höherer Inflation in der Zukunft mit noch schlimmeren Effekten für Zinseinlagen zu rechnen. Bild Inflation zur Inflation Bild: Inflation als zusätzlicher Renditekiller, Bildquelle: g0d4ather – 336372542 / Shuttertsock.com

Geldanlage optimieren – Strategien für Niedrigzinsphasen

Wenn Sie Ihre Geldanlage planen möchten, sollten Sie dabei stets das große Ganze im Blick behalten. Nur so können Sie eine gute Verteilung Ihres Kapitals auf verschiedene Anlageformen erreichen. Während in Phasen hoher Zinsen ein großer Anteil von Zinseinlagen wie Tagesgeld und Festgeld durchaus als gangbarer Weg erscheint, sieht dies bei Niedrigzinsen anders aus. Trotzdem ist es wichtig, zumindest einen Teil seines Kapitals auch weiterhin in sichere Anlagemöglichkeiten wie Tagesgeld und Festgeld zu investieren. Im Folgenden werden nun hilfreiche Strategien für Anleger im Niedrigzinsumfeld aufgezeigt:
  1. Schaffung einer finanziellen Notreserve – ein Fall für das Tagesgeld
Unser Alltag ist voller Ungewissheiten und Überraschungen. Einige sind positiv, anderen können hingegen starke negative Konsequenzen haben. Dazu gehören natürlich auch finanzielle Einbußen. Ob nun ein wichtiges Haushaltsgerät einen Defekt aufweist oder das Auto repariert werden muss – es ist beruhigend, wenn Sie in solchen Situationen mit einer finanziellen Reserve aufwarten können. Dies gilt vor allem auch dann, wenn Sie von Arbeitslosigkeit überrascht werden. Aus diesem Grund sollte die Notreserve ca. die Fixkosten für 2-3 Monate decken können. Die Anforderungen an eine Geldanlage dieser Art sehen folgendermaßen aus:
  • das Geld ist jederzeit verfügbar
  • es sollte kein oder maximal ein sehr geringes Verlustrisiko bestehen
  • Rendite ist zwar wichtig, steht aber nicht im Vordergrund
Ein Tagesgeldkonto erfüllt genau diese Voraussetzungen, da Sie jederzeit auf das dort angelegte Kapital zugreifen können und das Kapital zudem durch die Einlagensicherung geschützt ist. Die Rendite befindet sich auf einem niedrigen Niveau, kann jedoch durch eine geschickte Anbieterwahl verbessert werden.

Wie lässt sich beim Tagesgeld das maximale Renditepotenzial abrufen?

Wenn Sie sich für ein Tagesgeldkonto entscheiden, sollten Sie sich vorher die einzelnen Angebote genau anschauen. Mit einem Tagesgeldvergleich können Sie schnell die Anbieter identifizieren, die auch bei Niedrigzinsen noch eine passable Rendite bieten. Dabei sollten Sie jedoch zwischen zwei verschiedenen Komponenten unterscheiden:
  • Aktionszins: Viele Direktbanken stellen beim Tagesgeld einen Aktionszinssatz zur Verfügung, der bis zu einer Höchstsumme (10.000 bis 100.000 Euro) und nur für einen gewissen Zeitraum (oft maximal 6 Monate) gilt. Dieser Aktionszins liegt nicht selten deutlich über dem Marktzinsniveau.
  • Normalzins: Der Normalzins für Bestandskunden gilt danach ohne Zinsgarantie und kann jederzeit den Marktbedingungen angepasst werden.
Ein attraktiver Aktionszins ist dabei zwar sehr interessant, jedoch sollten Sie sich auch stets die Konditionen anschauen, die auf Dauer gelten. Mit einer entsprechenden Anbieterwahl können Sie aus dem aktuellen Marktniveau die besten Konditionen für sich selbst herausholen. Hinweis: Beim Tagesgeld ist nicht nur der Zinssatz interessant, sondern auch das Zinsintervall. Werden die Zinsen beispielsweise halbjährlich ausgezahlt, erhalten Sie im zweiten Halbjahr bereits Zinseszinsen.

Exkurs: Was ist Zinshopping und dient es als Rendite-Booster?

Das sogenannte Zinshopping stellt eine Möglichkeit im Bereich Tagesgeld dar, um Ihre effektive Rendite merklich zu erhöhen. Bei diesem Konzept nutzen Sie den Vorteil, dass ein Tagesgeldkonto jederzeit ohne Angaben von Gründen gekündigt werden kann. Somit wird es möglich, sich nacheinander die zeitlich begrenzten Aktionsangebote verschiedener Banken zu sichern und somit über das Jahr betrachtet eine deutlich bessere Rendite zu erzielen. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Anlagebetrag: 5.000 Euro (Notreserve für 3 Monate)
Tagesgeldanbieter I Tagesgeldanbieter II
  • Aktionszinssatz: 1,05% p.a. bis 25.000 Euro für 6 Monate
  • Zinssatz für Bestandskunden: 0,30% p.a.
  • Zinsgutschrift: jährlich
  • Aktionszinssatz: 1,00% p.a. bis 50.000 Euro für 6 Monate
  • Zinssatz für Bestandskunden: 0,40% p.a.
  • Zinsgutschrift: jährlich
Tabelle 5: Konditionen in einer Beispielrechnung zum Thema Zinshopping

Während Sie bei den beiden Banken jeweils nur ein halbes Jahr lang attraktive Zinssätze nutzen können, bringt eine Kombination beider Angebote einen großen Renditevorteil:
Szenario Zinssätze Rendite nach einem Jahr
Tagesgeldanbieter I
  • 1,05% p.a. für 6 Monate
  • 0,30% p.a. für 6 Monate
33,75 Euro
Tagesgeldanbieter II
  • 1,00% p.a. für 6 Monate
  • 0,40% p.a. für 6 Monate
35 Euro
6 Monate Anbieter I + 6 Monate Anbieter II
  • 1,05% p.a. für 6 Monate
  • 1,00% p.a. für 6 Monate
51,25 Euro
Tabelle 6: Beispielrechnung zum Thema Zinshopping

Das Zinshopping kann gerade in Niedrigzinsphasen helfen, die Tagesgeld-Rendite zu erhöhen. Dabei gilt es abzuwägen, ob Sie bereit sind, für die höhere Rendite auch 1-2 Mal pro Jahr einen Anbieterwechsel durchzuführen.
  1. Vermögensaufbau durch Fondssparpläne – die Anlageform der Zukunft?
Laut einer GfK-Umfrage aus dem Jahr 2015 besitzen nur 27% der Deutschen Fondsanteile. Dies bedeutet nach dem Tagesgeldkonto, dem Sparbuch, der Lebensversicherung und dem Bausparvertrag lediglich Platz 5 der beliebtesten Geldanlagen. Und trotzdem haben Fondssparpläne das Potenzial, der neue Star unter den Anlageformen zu werden.

Was macht Fondssparpläne so interessant?

Ein Fondsparplan ermöglicht es Ihnen als Anleger, jeden Monat einen bestimmten Betrag in den Kauf von Fondsanteilen zu investieren. Aktienfonds haben dabei im Gegensatz zum Kauf einzelner Aktien den Vorteil, dass sie zahlreiche verschiedene Werte bündeln und somit eine Risikostreuung vornehmen. Mit einem Fondssparplan setzen Sie also auf eine langfristig gute Wertentwicklung und müssen sich keine Gedanken um den richtigen Einstiegszeitpunkt machen. Die Vorteile eines Fondssparplans sind demnach sehr vielfältig:
  • Bei Mindesteinzahlungsbeträgen ab 25 Euro pro Monat auch für Kleinanleger interessant.
  • Je nach Fonds ist eine deutlich höhere Rendite möglich als bei Zinseinlagen.
  • Der Durchschnittskosten-Effekt gleicht zu Beginn Schwankungen aus.
  • Bei langfristigem Anlagehorizont wirken sich Schwankungen nicht so stark aus.
  • Der Sparplan lässt sich jederzeit beenden oder pausieren.
  • Fondssparpläne können auch mit einer Riester- oder Rürup-Förderung genutzt werden.

Was ist der Durchschnittskosten-Effekt?

Der sogenannte Cost-Average-Effekt stellt sich bei einem Fondssparplan dadurch ein, dass Sie jeden Monat neue Fondsanteile für den gleichen Betrag kaufen. Steigt der Wert der Fondsanteile, kaufen Sie in dem Zeitabschnitt weniger Anteile, wohingegen Sie bei sinkenden Werten mehr Anteile erwerben. So entsteht ein Durchschnittswert in Ihrem Portfolio, der Wertschwankungen vor allem zu Beginn etwas ausgleicht. Später nimmt dieser Effekt ab, da der Portfoliowert im Vergleich zu den einzelnen Einzahlungssummen immer bedeutsamer wird.

Wo liegen die Nachteile von Fondssparplänen?

Der größte Nachteil eines Fondssparplans liegt darin, dass er einem Kursrisiko unterliegt. Ein Aktienfonds beinhaltet verschiedene Aktienwerte, die jeden Tag an der Börse gehandelt werden. Daraus ergeben sich Kursschwankungen, die sich entsprechend auf den Fonds und damit den Wert des Fondssparplans auswirken. Da sich solche Kursschwankungen jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder ausgleichen, wirkt sich dieser Nachteil in den meisten Fällen innerhalb einer Zeitspanne von 10-20 Jahren nicht so stark aus. Darüber hinaus sind folgende Nachteile zu beachten:
  • Die Auswahl der richtigen Fonds setzt entsprechende Kenntnisse voraus.
  • Bei sinkenden Kursen müssen Sie als Anleger dem Drang widerstehen, die Fondsanteile wieder zu verkaufen.
  • Aufgrund der Kursschwankungen sollten Sie für einen Fondssparplan eine Laufzeit von mindestens 5-10 Jahren einplanen.

Aktiv gemanagte Fonds vs. ETF-Fonds – was ist besser?

Wenn Sie sich für einen Fondsparplan als Grundlage Ihres Vermögensaufbaus entscheiden, stehen Sie vor der Frage, ob es ein aktiv gemanagter Fonds eines Finanzanbieters werden soll oder doch ein passiver ETF-Fonds (ETF= Exchange-traded fund = börsengehandelter Fonds). Die Unterschiede sind durchaus deutlich:
Aktiv gemanagter Fonds Passiver ETF-Fonds (Indexfonds)
Funktionsweise Das Fondsmanagement versucht, die Einlagen der Kunden durch geschickte Investments so zu platzieren, dass am Ende eine möglichst hohe Rendite erwirtschaftet wird. Fondsmanager versuchen dabei immer, den jeweiligen Markt (passender Index) in seiner Wertentwicklung zu schlagen. Durch die Wertpapiere im ETF-Fonds wird der Wertverlauf eines Indexes (z.B. DAX, MSCI World Index) abgebildet. Es findet kein aktives Fondsmanagement statt. Zusätzliche Rendite erzeugen ETF-Fonds durch das Verleihen der Wertpapiere.
Kosten
  • Ca. 1,5% pro Jahr als laufende Kosten
  • Bis zu 5% Anschaffungskosten
  • 0,08 – 0,50% pro Jahr als laufende Kosten
  • Bis zu 0,25% Anschaffungskosten
Risiken
  • Kursrisiko der Einzelwerte
  • Renditerisiko durch einseitige oder falsche Strategie
  • Kursrisiko des Indexes
  • Tracking Error (Abweichung vom Indexverlauf)
Renditechancen Je nach Fonds und Zeitraum höchst unterschiedlich. Große Extreme im positiven wie im negativen Bereich möglich In Abhängigkeit vom jeweiligen Index ansehnliche Renditen im langfristigen Mittel. Beim MSCI World Index sind im Mittel zwischen 7 und 8% pro Jahr möglich. Es müssen allerdings auch Verlustphasen hingenommen werden.
Tabelle 7: Aktiv gemanagte Fonds vs. passive Indexfonds

Sollten Sie in Bezug auf Fonds und Wertpapiere eher zu den Laien gehören, sind passive Indexfonds genau das Richtige für Sie. Diese Form der Geldanlage versursacht nur geringe Kosten und kann mit der Abbildung eines Indexes durchaus attraktive Renditen einfahren. Münzen vor ETF Bild: ETFs als neuer Pfeiler der Geldanlage, Bildquelle: kenary820 – 413389792 / Shuttertsock.com

  1. Sichere Geldanlagen als Stabilitätsanker nutzen
Wenn Sie Ihren Vermögensaufbau auf Fondssparplänen im Bereich der ETF-Fonds aufbauen, haben Sie einen guten langfristigen Grundstein gelegt. Dieser macht Sie unabhängiger von der Zinspolitik der EZB und bietet zudem gute Renditechancen. Trotzdem bleibt natürlich immer ein gewisses Kursrisiko. Auf längere Sicht werden Schwankungen zwar immer wieder ausgeglichen, aber ein gewisses Restrisiko bleibt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass eigene Anlageportfolio mit einem Sicherheitsanker zu stützen. Dies lässt sich auch heute am besten per Festgeld lösen.

Festgeld – volle Planungssicherheit für Anleger

Wenn Sie über die Notreserve hinaus eine gewisse Summe auf Ihrem Tagesgeldkonto angespart haben und die Rendite für das Kapital steigern möchten, könnte ein Festgeldkonto ein durchaus gangbarer Weg sein. Dieses zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
  • Festgelegte Laufzeit
  • Festgelegter Zinssatz
  • Festgelegte Anlagesumme
Damit gehört Planungssicherheit zu den großen Stärken des Festgeldes, denn Sie wissen bereits heute, mit welcher Rendite Sie zum Ende der Laufzeit rechnen können. Eine Beispielrechnung soll dies verdeutlichen: Anlagebetrag: 10.000 Euro Laufzeit: 3 Jahre Zinssatz: 1,60% p.a.
Jahr Rendite pro Jahr Rendite gesamt
1 160 Euro 160 Euro
2 160 Euro 320 Euro
3 160 Euro 480 Euro
Tabelle 8: Rendite einer Festgeldanlage - Beispielrechnung

Durch die festen Parameter lässt sich das eigene Anlageportfolio sehr gut mit einer Festgeldanlage absichern. Diese gleicht eventuelle Verluste aus Fondssparplänen oder anderen riskanteren Geldanlagen zumindest teilweise wieder aus. Hinweis: Sie sollten beachten, dass Sie während der Laufzeit eines Festgeldkontos nicht über die Einlage verfügen können. Das Geld muss also für den gewählten Zeitraum „entbehrlich“ sein.

Wie sicher ist eine Festgeldanlage?

Für Sie als Anleger ist natürlich auch die Frage nach der Sicherheit Ihrer Einlagen sehr wichtig. Diesbezüglich gelten Zinseinlagen wie Tagesgeld und Festgeld als äußerst sicher. Beide unterliegen nämlich der gesetzlichen Einlagensicherung, die mittlerweile EU-weit geregelt ist und Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Anleger absichert. Darüber hinaus sind zahlreiche Banken in Deutschland im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V., der eine noch deutlich höhere Absicherung mit sich bringt. Die Sparkassen bieten zudem einen Institutsschutz. Nachfolgend werden die Sicherungssysteme kurz einander gegenübergestellt:
Gesetzliche Einlagensicherung Einlagensicherungsfonds Institutssicherung
Sicherungs-grenze 100.000 Euro pro Kunde (500.000 Euro bei bestimmten Lebensumständen) Bis 20% der Eigenmittel der jeweiligen Bank (im Normalfall mindestens 1 Million Euro pro Kunde) Die Sparkassen stehen über ein eigenes Sicherungsmodell füreinander ein, so dass Insolvenzen und damit Einlagensicherungsfälle vermieden werden.
Tabelle 9: Kurzübersicht über Einlagensicherungssysteme

Anlage bei Niedrigzinsen Infografik: Geldanlage in Zeiten von Niedrigzinsen, Quelle: marktingplus.expert

FAQ zum Thema Geldanlage in Zeiten von Niedrigzinsen

Wie sollten die eigenen Geldanlagen aufgeteilt werden?

Eine klare Empfehlung lässt sich diesbezüglich nicht geben. Je höher Ihre Risikobereitschaft, desto mehr können Sie in Aktien anlegen. Trotzdem ist es wichtig, neben Fondssparplänen oder einem aktiven Aktien-Engagement zur Absicherung einen kleinen Teil von mindestens 20% in sichere Geldanlagen zu investieren.

Tagesgeld oder Festgeld – was ist besser?

Hierbei kommt es ganz auf die Anlageziele und den Zeithorizont an. Wenn Sie einige Jahre auf das Kapital verzichten können, lässt sich mit einem Festgeldkonto eine etwas höhere Rendite erzielen. Möchten Sie hingegen schon bald auf das Geld zugreifen, ist es auf einem Tagesgeldkonto besser aufgehoben. Wichtig: Die Notreserve sollte beispielsweise unbedingt auf dem Tagesgeldkonto verbleiben, damit Sie sie bei Bedarf jederzeit nutzen können.

Wie können Anleger verhindern, vor der Auflösung eines Fondssparplans starke Verluste hinnehmen zu müssen?

Eigentlich lassen sich Fondssparpläne jederzeit beenden und die Anteile verkaufen. Befindet sich der Markt jedoch gerade in einer schlechten Phase, kann dies starke Verluste bringen. Aus diesem Grund sollten Sie einen solchen Ausstieg längerfristig planen und bereits einige Jahre vorher erste Umschichtungen vornehmen:
Zeit bis zum Ausstieg Sichere Geldanlagen Fonds
5 Jahre +10% -10%
4 Jahre +15% -15%
3 Jahre +15% -15%
2 Jahre +15% -15%
1 Jahr +15% -15%
0 Jahre Restumschichtung Restumschichtung
Tabelle 10: Beispiel für Vermögensumschichtung in sichere Geldanlagen

Dieser Umschichtungsplan stellt nur eine Rohversion dar. Je nach Marktentwicklung kann auch ein schnellerer Ausstieg (starker Kursanstieg) oder eine langsamere Gangart (starke Kursverluste) sinnvoll sein.

Welche alternativen Geldanlagen sind noch zu empfehlen?

Es gibt im Bereich der Geldanlagen natürlich deutlich mehr Möglichkeiten als sichere Zinseinlagen, Aktien und Fonds. Je nach persönlicher Situation können diese durchaus interessant sein:
Anlageform Beschreibung Geeignet für…
Kauf von Genossenschaftsanteilen Bei dieser Art von Investment erwerben Sie Anteile an Wohngenossenschaften oder Genossenschaftsbanken. Als Anteilseigner erhalten Sie eine Beteiligung am Geschäftsgewinn (Dividende oder Verzinsung).
  • Renditepotenzial: höher als beim Festgeld oder Tagesgeld
  • Sicherheit: mittel (Genossenschaften sind zwar oft konservative Geschäftsmodelle, können aber auch scheitern)
Anleger, die mindestens einen vierstelligen Betrag investieren können und sich für das Geschäftsmodell der Genossenschaft interessieren. Ein genauerer Blick ist auch im Hinblick auf Risiken wichtig.
CFD-Trading Als Anleger kaufen Sie keine Aktien oder Devisen, sondern sagen lediglich deren Kursverlauf voraus. Dabei können Sie sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen.
  • Renditepotenzial: dank Hebelmöglichkeit sehr hoch
  • Sicherheit: sehr gering (auch ein Totalverlust ist möglich)
Anleger, die sich mit der Thematik identifizieren können und sich zudem gut auskennen.
Kapitallebensversicherung Sie zahlen regelmäßig in eine Lebensversicherung ein und erhalten später eine lebenslange Rente.
  • Renditepotenzial: mittel (ein niedriger Garantiezins kann nur durch hohe Überschüsse zu einer guten Rendite werden)
  • Sicherheit: relativ hoch (der Garantiezins wird am Ende der Laufzeit zusätzlich zum Kapital garantiert ausgezahlt)
Anleger, die ihre private Altersvorsorge als Riester- oder Rürup-Rente staatlich fördern lassen möchten. Entsprechende Versicherungen existieren übrigens auch als fondsgebundene Rentenversicherungen mit höherer Renditechance und höherem Risiko.
Bausparvertrag Sie zahlen regelmäßig oder einmalig in den Bausparvertrag ein, bis dieser zuteilungsreif wird. Damit erwerben Sie einen Rechtsanspruch auf ein Bauspardarlehen.
  • Renditepotenzial: gering (selbst bei sparlastigen Produkten liegen die Zinsen niedrig)
  • Sicherheit: hoch
Personen, die in einigen Jahren einen Hauskauf oder Hausbau planen. Die Rendite ist hier eher im Rechtsanspruch auf ein Bauspardarlehen zu sehen.

Tabelle 11: Beispiele für zusätzliche Möglichkeiten der Geldanlage

Fazit

In Zeiten von Niedrigzinsen kann der Fokus der eigenen Geldanlage nicht mehr alleine auf sicheren Zinseinlagen liegen. Mit einem Fondssparplan besteht jedoch die Möglichkeit, das Risiko zumindest langfristig einzudämmen und dabei eine ansehnliche Rendite zu erzielen. Wenn Sie Ihr Portfolio letztlich noch durch 1-2 weitere Anlageformen mit sicherem Hintergrund ergänzen und stets nach attraktiven Konditionen Ausschau halten, können Sie auch im aktuell schwierigen Fahrwasser Erfolge feiern

Bildquellen:
  • kenary820 – 413389792 / Shuttertsock.com
  • g0d4ather – 336372542 / Shuttertsock.com
  • Guenter Purin – 355693172 / Shutterstock.com